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[...] sed nescio quo modo nihil tam absurde dici potest quod non dicatur ab aliquo philosophorum.
Ich weiß mir nicht zu helfen: keine Lehre ist so abwegig, daß sie nicht von irgendeinem Philosophen vertreten werden könnte.
Marcus Tullius Cicero: De divinatione. II, 58. (Zitiert nach: Über die Wahrsagung. De divinatione. Lateinisch-deutsch. Herausgegeben, übersetzt und erläutert von Christoph Schäublin. München-Zürich 1991. S. 246 / 247.)

Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile und Meinungen über sie. So ist zum Beispiel der Tod nichts Furchtbares [...] sondern nur die Meinung, er sei furchtbar, ist das Furchtbare.
Epiktet: Encheiridion. 5. (Zitiert nach: Epiktet: Anleitung zum glücklichen Leben. Hg. u. übersetzt v. Rainer Nickel. Düsseldorf 2006. S. 15.)

Zwei Dingen ist diese Welt im allgemeinen ergeben: dem Sein und dem Nichtsein. Für den aber, der in der Welt das Entstehen, der Wahrheit gemäß, in rechter Weisheit betrachtet, gibt es kein Nichtsein in der Welt, und für den, der in der Welt das Vergehen, der Wahrheit gemäß, in rechter Weisheit betrachtet, gibt es kein Sein in der Welt. Diese Welt ist alles in allem nur eine Kette von Begehren, Ergreifen, Haften. Darum ergibt sich, wer dies erkennt, nicht dem Begehren und Haften, der Neigung des Geistes zum Zugreifen und Festhalten, er haftet nicht an der Welt, und hält nicht an ihr fest, denn er weiß, daß ein Ich bei ihm nicht zu finden ist. Daß alles, was entsteht, und alles, was vergeht, unbefriedigend ist, bezweifelt er in keiner Weise. Zu dieser Erkenntnis gelangt er ohne fremde Hilfe. Dann hat er rechte Einsicht.
Zu sagen, daß alles ist, ist die eine Übertreibung; zu sagen, daß alles nicht ist, ist die andere Übertreibung. Diese beiden Übertreibungen vermeidet ein Vollendeter und verkündet die mittlere Lehre: Wenn Unwissenheit da ist, gibt es Sankhara; wenn Sankhara da sind, gibt es Bewußtsein, usw. So entsteht diese ganze Masse des Leidens. Wenn aber die Unwissenheit restlos und spurlos beseitigt ist, so gibt es keine Sankhara; wenn keine Sankhara da sind, gibt es kein Bewußtsein, usw. So vergeht diese ganze Masse des Leidens.
Sankhara: Geburtenkreislauf
Gautama Buddha: Samyutta-Nikaya. XXII,90. (Zitiert nach: Der Pfad der Vervollkommnung. Worte des Erwachten. Bern o.J. S. 60 f.)

Wer an etwas hangt, hat Unruhe; wer an nichts hangt, hat keine Unruhe; wo keine Unruhe ist, da ist Ruhe; wo Ruhe ist, da ist keine sinnliche Lust; wo keine sinnliche Lust ist, da gibt es kein Kommen und Gehen; wo kein Kommen und Gehen ist, da gibt es kein Entstehen und Vergehen; wo es kein Entstehen und Vergehen gibt, da ist weder diese noch jene Welt, noch was zwischen beiden liegt: dies ist das Ende des Leidens.
Gautama Buddha: Udana. VIII,4. (Zitiert nach: Der Pfad der Vervollkommnung. Worte des Erwachten. Bern o.J. S. 66.)

Die beiden Begriffe von Sein und Nichtsein sind nur undurchdringlich in unseren Geistesanlagen. Denn eigentlich wissen wir nicht einmal, was Sein ist, und sobald wir uns ins Definieren einlassen, so müssen wir zugeben, daß etwas existieren kann, was nirgends ist.
Georg Christoph Lichtenberg: Aphorismen über die Philosophie. (Zitiert nach: Werke in einem Band. Hamburg o.J. S. 104.)

Er handelte mit anderer Leute Meinungen. Er war ein Professor der Philosophie.
Georg Christoph Lichtenberg: Aphorismen über die Philosophie. (Zitiert nach: Werke in einem Band. Hamburg o.J. S. 105.)

Der Standpunkt der Philosophie ist der Standpunkt der Vernunft, ihre Erkenntniß ist eine Erkenntniß der Dinge, wie sie an sich, d.h. wie sie in der Vernunft sind. Es ist die Natur der Philosophie alles Nacheinander und Außereinander, allen Unterschied der Zeit und überhaupt jeden, welche die bloße Einbildungskraft in das Denken einmischt, völlig aufzuheben, und mit Einem Wort in den Dingen nur das zu sehen, wodurch sie die absolute Vernunft ausdrücken, nicht aber, insofern sie Gegenstände für die bloß an den Gesetzen des Mechanismus und in der Zeit fortlaufende Reflexion sind.
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Darstellung meines Systems der Philosophie. (Zitiert nach: Sämmtliche Werke. Bd. IV. S. 11.)

Jeder ist von Natur getrieben, ein Absolutes zu suchen; aber indem er es für die Reflexion fixiren will, verschwindet es ihm. Es umschwebt ihn ewig, aber er kann es nicht fassen. Es ist nur da, inwiefern ich es nicht habe, und inwiefern ich es habe, ist es nicht mehr.
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Fernere Darstellungen aus dem System der Philosophie. (Zitiert nach: Sämmtliche Werke. Bd. IV. S. 357.)

Weit entfernt also, daß der Mensch und sein Thun die Welt begreiflich mache, ist er selbst das Unbegreiflichste, und treibt mich unausbleiblich zu der Meinung von der Unseligkeit alles Seyns, einer Meinung, die in so vielen schmerzlichen Lauten aus alter und neuer Zeit sich kundgegeben. Gerade Er, der Mensch, treibt mich zur letzten verzweiflungsvollen Frage: warum ist überhaupt etwas? warum ist nicht nichts? -
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Einleitung in die Philosophie der Offenbarung. (Zitiert nach: Sämmtliche Werke. Bd. XIII. S. 7.)

Seyn ist Seyn, und Nichts ist Nichts nur in ihrer Unterschiedenheit von einander; in ihrer Wahrheit aber, in ihrer Einheit, sind sie als diese Bestimmungen verschwunden, und sind nun etwas anderes. Seyn und Nichts sind dasselbe; darum weil sie dasselbe sind, sind sie nicht mehr Seyn und Nichts, und haben eine verschiedene Bestimmung; im Werden waren sie Entstehen und Vergehen; im Daseyn als einer anders bestimmten Einheit sind sie wieder anders bestimmte Momente. Diese Einheit bleibt nun ihre Grundlage, aus der sie nicht mehr zur abstracten Bedeutung von Seyn und Nichts heraustreten.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel:  Wissenschaft der Logik.
(Zitiert nach: Gesammelte Werke. Bd. 21. Hamburg 1985. S. 95.)

Glücklich ist derjenige, welcher sein Dasein seinem besonderen Charakter, Wollen und Willkür angemessen hat und so in seinem Dasein sich selbst genießt.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte.
(Zitiert nach: Werke in zwanzig Bänden. Bd.12. Frankfurt a.M. 1970. S. 42.)

Das Leben besteht nicht aus 70 Jahren, sondern die 70 Jahre bestehen aus einem fortwährenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wenn man will.
Jean Paul: Titan. (Zitiert nach: Sämtliche Werke. Abt. I. Bd. 3. 6. Aufl. München-Wien 1999. S. 25.)

Erst im spätern Alter erlangt der Mensch ganz eigentlich das Horazische "nil admirari", d.h. die unmittelbare, aufrichtige und feste Überzeugung von der Eitelkeit aller Dinge und der Hohlheit aller Herrlichkeiten der Welt; die Chimären sind verschwunden.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweiheit. (Zitiert nach: Sämtliche Werke. Bd. IV. Stuttgart u. Frankfurt a.M. 1968. S. 588.)

Daher also, daher, aus dem Orkus kommt alles, und dort ist schon jedes gewesen, das jetzt Leben hat - wären wir nur fähig, den Taschenspielerstreich zu begreifen, vermöge dessen das geschieht, dann wäre alles klar.
Arthur Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit. (Zitiert nach: Sämtliche Werke. Bd. IV. Stuttgart u. Frankfurt a.M. 1968. S. 592.)

Auf welchen Standpunkt der Philosophie man sich heute auch stellen mag: von jeder Stelle aus gesehn ist die Irrtümlichkeit der Welt, in der wir zu leben glauben, das Sicherste und Festeste, dessen unser Auge noch habhaft werden kann - wir finden Gründe über Gründe dafür, die uns zu Mutmaßungen über ein betrügerisches Prinzip im "Wesen der Dinge" verlocken möchten. Wer aber unser Denken selbst, also "den Geist" für die Falschheit der Welt verantwortlich macht - ein ehrenhafter Ausweg, den jeder bewußte oder unbewußte advocatus dei geht -: wer diese Welt samt Raum, Zeit, Gestalt, Bewegung, als falsch erschlossen nimmt: ein solcher hätte mindestens guten Anlaß, gegen alles Denken selbst endlich Mißtrauen zu lernen: hätte es uns nicht bisher den allergrößten Schabernack gespielt? und welche Bürgschaft dafür gäbe es, daß es nicht fortführe, zu tun, was es immer getan hat?
Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. (Zitiert nach: Werke in drei Bänden. Bd. 2. München 1955. S. 598 f.)

Und wie jeglich Ding sein Gleichnis liebt, so liebt der Deutsche die Wolken und alles, was unklar, werdend, dämmernd, feucht und verhängt ist: das Ungewisse, Unausgestaltete, Sich-Verschiebende, Wachsende jeder Art fühlt er als "tief". Der Deutsche selbst ist nicht, er wird, er "entwickelt sich". "Entwicklung" ist deshalb der eigentlich deutsche Fund und Wurf im großen Reich philosophischer Formeln.
Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. (Zitiert nach: Werke in drei Bänden. Bd. 2. München 1955. S. 710.)

Es ist ein richtiges Urteil der Gelehrten, daß die Menschen aller Zeiten zu wissen glauben, was gut und böse, lobens- und tadelnswert sei. Aber: es ist ein Vorurteil der Gelehrten, daß wir es jetzt besser wüßten als irgendeine Zeit.
Friedrich Nietzsche: Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile. (Zitiert nach: Werke in drei Bänden. Bd. 1. München 1954. S.  1017.)

Alles geht, alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.
Alles bricht, alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins. Alles scheidet, alles grüßt sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.
Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra. (Zitiert nach: Werke in drei Bänden. Bd. 2. S. 463.)

Toren und gescheite Leute sind gleich unschädlich. Nur die Halbnarren und Halbweisen, das sind die Gefährlichsten.
Johann Wolfgang v. Goethe: Wahlverwandtschaften. (Zitiert nach: Goethes Werke. Hamburger Ausgabe. Bd. 6. S. 398.)

Hat alles seine Zeit / das nahe wird weit / Das Warme wird kalt / Der Junge wird alt / Das Kalte wird warm / Der Reiche wird arm / Der Narre gescheut / Alles zu seiner Zeit.
Johann Wolfgang v. Goethe: Concerto dramatico composto dal Sigr Dottore Flamminio detto Panurgo secondo. 1773. ( Zitiert nach: Der junge Goethe. Hg. v. Hanna Fischer-Lamberg. Bd. 3. Berlin 1966. S. 66.)

So gewiß ist der glücklich und groß, der weder zu herrschen noch zu gehorchen braucht, um Etwas zu seyn.
Johann Wolfgang v. Goethe: Götz von Berlichingen. 1773. (Zitiert nach: Goethes Werke. Sophien-Ausgabe. Bd. 8. Weimar 1889. S. 47.)

Denn was ist schließlich der Mensch inmitten des Kosmos? Ein Nichts im Vergleich zum Unendlichen, ein Alles im Vergleich zum Nichts: eine Mitte zwischen Nichts und All. Unendlich davon entfernt, die Extreme geistig einzuholen, sind ihm das Endziel der Dinge wie ihr Ursprung unbezwinglich verborgen in einem undurchdringlichen Geheimnis; er ist gleichermaßen unfähig, das Nichts, aus dem er gezogen ist, zu erkennen wie das Unendliche, das ihn verschlingt.
Was bleibt ihm somit, als einen gewissen Anschein der Mitte der Dinge wahrzunehmen, ewig daran verzweifelnd, jemals ihren Ursprung oder ihr Ziel zu erkennen? Alle Dinge sind aus dem Nichts gezogen und erstrecken sich bis zum Unendlichen.
Blaise Pascal: Gedanken. Frag. 84. ( Zitiert nach: Schriften zur Religion. Übertragen und eingeleitet von Hans-Urs v. Balthasar. Einsiedeln 1982. S. 103.)

Nichts ist dem Menschen so unerträglich als ein Zustand vollständiger Ruhe, ohne Leidenschaft, ohne Geschäft, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er fühlt dann sein Nichts, seine Verlassenheit, sein Ungenügen, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Alsbald entsteigen dem Grund seines Herzens Langeweile, Düsternis, Traurigkeit, Kummer, Enttäuschung, Verzweiflung.
Blaise Pascal: Gedanken. Frag.201. (Zitiert nach: Schriften zur Religion. 1982. S. 139.)

It is difficult to find a single word that will adequately describe the ideal man of the free philosophers, the mystics, the founders of religion. "Non attached" is perhaps the best. The ideal man is the non-attached man. Non-attached to his bodily sensations and lusts. Non-attached to his craving for power and possessions. Non-attached to the objects of these various desires. Non-attached to his anger and hatred; non-attached to his exclusice loves. Non-attached to wealth, fame, social position. Non-attached even to science, art, speculation, philanthropy. Yes, non-attached even to these.
Huxley, Aldous: Ends and Means. An Enquiry into the Nature of Ideals and into the Methods employed for their Realization. (Zitiert nach: Collected Works. Vol. 1. London 1951. S. 3 f.)

Alles ist vorherbestimmt, Anfang wie Ende, durch Kräfte, über die wir keine Gewalt haben. Es ist vorherbestimmt für Insekt nicht anders wie für Stern. Die menschlichen Wesen, Pflanzen oder der Staub, wir alle tanzen nach einer geheimnisvollen Melodie, die ein unsichtbarer Spieler in den Fernen des Weltalls anstimmt.
Albert Einstein (Zitiert nach: Einstein sagt. Hg. v. Alice Calaprice. München-Zürich 1997. S. 174.)


Motto zum Eintritt in den Ruhestand
:

Von heute an erkläre ich mich unabhängig von allen Schranken und eingebildeten Fesseln: Ich gehe wohin ich will, völlig und ganz mein eigener Herr, ich höre wohl auf die anderen, ich bedenke wohl, was sie sagen, ich warte, ich suche, ich empfange, ich überlege, aber sanft und unerbittlich löse ich mich los von allen Banden, die mich halten wollen. (Walt Whitman)